Die digitale Revolution macht auch vor der Bauindustrie nicht mehr halt. Wie in vielen anderen Bereichen des täglichen Lebens kann Technologie eine Bereicherung im Umgang mit Bauprojekten, Ausschreibungen und Immobilien darstellen. In diesem Artikel wollen wir die PropTech – die Property Technology – genauer vorstellen. Die PropTech Übersicht hier soll zum Verständnis beitragen, wie sich die neuen Technologien auf verschiedene Bereiche des Bau- und Immobiliengewerbes auswirken können. Viele der neuen Geschäftsideen zielen darauf ab bestehende Prozesse zu erleichtern oder gänzlich neue Möglichkeiten mit Daten zu interagieren. Im Zentrum stehen dabei die Nutzer, denen ein komfortabler Zugang zur Materie ermöglicht werden soll. So bietet beispielsweise das PropTech Unternehmen Building Radar eine denkbar einfache Möglichkeit sämtliche Kontakte in der Bauindustrie zu finden.

 

PropTech ist die Anwendung von Technologien, digitalen Technologien ganz besonders, in den Industrien Bau, Immobilien und Verwaltung. Es folgt den Benennungen von anderen Gebieten, wie FinTech, MedTech, oder EdTech. Allen einig ist, dass bisher ein großer Widerstand gegenüber den neuen Technologien bestand. Während FinTech in der Finanzwelt für eine bessere Transparenz der Finanzmärkte sorgen will, möchte MedTech zu einer besseren Gesundheitsvorsorge beitragen. EdTech unterstützt das Erwerben von Wissen mithilfe von Technologie. Allesamt sind dies interessante Felder in denen Technologie für sich genommen viel Sinn macht. Andererseits ist aber auch die konservative Einstellung zu verstehen. Auch in der Bauindustrie gibt es sehr gut eingespielte und sensible Prozesse. Eingriffe in diese haben oft weitreichende Folgen und können negative Konsequenzen haben. Doch mittlerweile ist der Fortschritt weit genug um mit großer Sicherheit die Vorgänge in den Industrien verbessern zu können. Der Lösung von Building Radar beispielsweise vertrauen bereits Größen wie Vitra, Viessmann, oder Hill-Rom.

 

Der Nutzen von PropTech

Viele der Anwendungen von PropTech bringen zusätzlichen Nutzen und Kosteneinsparungen für den Anwender. Unternehmen werden schnell feststellen durch gesteigerte Effizienz Kosten einsparen zu können. Somit können auch Ressourcen freigeschaffen werden um den Betrieb weiterzuentwickeln. Ein sauberer Umgang mit Daten, rasche Auffindbarkeit von Informationen und einfacher Datenaustausch zwischen Abteilungen und Betrieben klingen da schon wie Nebensächlichkeiten. Der Verwender der Lösungen, also meistens der Mitarbeiter, wird merken wie viel einfacher seine Arbeit plötzlich wird. Meistens kommen Lösungen der PropTech aus einem Metier mit modernem Design. Building Radar beispielsweise bietet eine schlanke Oberfläche die leicht zu navigieren ist. Der Mitarbeiter findet Daten damit schneller und hat mehr Zeit mit den Daten zu arbeiten. Das gibt dem Nutzer mehr Zeit für die wesentlichen Dinge seines Berufs. Auch hier bieten die Plattformen oft Möglichkeiten zur einfachen Kommunikation. Weniger Emails können die Folge sein. Letztlich hat sogar der Endnutzer einen Vorteil von PropTech. Diese können nun direkt mit Lieferanten interagieren und eventuelle Komplikationen sofort melden. Große Transparenz werden ebenso geschätzt. Da die Kunden von PropTech-Nutzer somit zufriedener sind als andere ist es wahrscheinlich, dass diese ihrer Firma loyal bleiben.

 

Die Nutzer von PropTech

Die Industrie von Bau und Immobilien ist so vielseitig wie interessant. Daher haben auch die Lösungen schier unbegrenzte Anwendungsfelder. In der Praxis wurden bereits viele Modelle implementiert. Spannend sind die Änderungen nicht nur wie bei Building Radar im Vertrieb, sondern auch für Makler, Projektleiter, Bauherren, Bewohner und Kapitalgeber. Das Modell Crowdfunding als eines von vielen vertauscht gar die klassischen Rollen. Insbesondere Kleinanleger haben hier die Möglichkeit auch ohne Investor den Bau einer Immobilie zu ermöglichen. Andere Geschäftsideen haben ähnlich visionäre Ambitionen. Eine Auswahl an Modellen wollen wir nachfolgend erörtern.

 

PropTech Übersicht

Immobilien Management:
Diese Technologien helfen in der Verwaltung von Objekten. Besonders in der Verwaltung von vermieteten Objekten können sie von Vorteil sein. Beispiele sind Mieter-Management, Verwaltung von Mietzahlungen, oder Kommunikationswerkzeuge.

Neubau Management:
Lösungen dieser Kategorie sollen direkt auf der Baustelle eingesetzt werden. Dort verfolgen sie das Ziel einer besseren Kommunikation unter den Verschiedenen Funktionen. In diese Kategorie fallen auch Produkte zur Visualisierung und Werkzeuge für das Projektmanagement.

Objektverwaltung:
In der Objektverwaltung soll dem Hausmeister die Arbeit erleichtert werden. Die Lösungen reichen von Bestandslisten über Verbrauchsanzeiger bis hin zu komplexen Management Tools, welche zahlreiche Aspekte eines Gebäudes Abdecken. Für größere Firmen gibt es auch Lösungen zur gleichzeitigen Verwaltung von mehreren Objekten.

Portfolioverwaltung:
Eine Überschneidung mit der bereits erläuterten FinTech hat der Bereich Portfolioverwaltung. Die Ideen sind überwiegend für Investoren interessant und beinhalten beispielsweise Werkzeuge zur Marktbeobachtung oder zur Bestimmung von Werten in der Bauindustrie. Auch andere Konzepte wie das Finanzieren durch Kleinkredite sind am Markt angekommen.

Heimdienstleistungen:
Einen besonderen Dienst für das Endkundengeschäft erweisen Heimdienstleistungen. Mieter und Eigentümer können mit Produkten aus dieser Kategorie ihr Eigenheim verwalten und direkt Leistungen erwerben. Oft sind dies Renovierungen, aber auch andere Modelle wurden schon gesehen.

Lang- und Kurzzeitvermietung:
Diese Produkte für Konsumenten und Anbieter von Unterkünften bieten einfache Möglichkeiten der Vertragsbildung. Plattformen dieser Kategorie reichen von dem Makler-artigen Vermieten von Objekten bis zur tageweisen Anmietung von Unterkünften. Die Möglichkeiten reichen gar hin bis zu Applikationen für Mobiltelefone.

Versicherungen:
Im Bau und Immobilien-Kontext werden zahlreiche Policen abgeschlossen. Unternehmen bewerben Versicherungen auf Hausrat, Gebäude, Wetterschäden und viele mehr. PropTech Unternehmen können hier zu einer größeren Transparenz und besser passender Versicherung beitragen.

Makler Werkzeuge:
In der Maklerarbeit können Technologien viele administrative Schritte automatisieren. So können sich Makler mehr auf ihre Objekte konzentrieren. Beispiele sind CTMs oder Plattformen zur Objektanalyse sowie Marketing-Tools.

Gebäudevermessung:
Vor etwa zehn Jahren ging eine Revolution der digitalen Karten über den Planeten. Mittlerweile werden auch die Innenräume von beispielsweise Einkaufszentren genau kartographiert. Diese Innenansichten können mit verschiedensten Technologien für verschiedenste Anwendungsfälle erstellt werden. Beispiele sind hier 3D Renderings und Plattformen zum Bearbeiten von Kartenmaterial.

Smart Home:
Besonders technikbegeisterte Bewohner und Endverbraucher sehen den Mehrwert in einem vernetzten Haus. Diese neu einsetzende Automatisierung verspricht Komfortzuwächse und Effizienzgewinne gleichermaßen. Beliebte Themen auf diesem Gebiet sind Sicherheitstechnik, Klimatisierung, Energie Management, oder intelligente Belichtung.

Vertragsverwaltung:
Zwischen den Firmen, die an dem Bau und der Einrichtung an Gebäuden beteiligt sind besteht oftmals eine große bürokratische Barriere. Mit der Vereinfachung der Abläufe beschäftigen sich neben Building Radar viele andere Firmen. Neben der klassischen Vertragsverwaltung sind auch das Finden von Verkaufsmöglichkeiten und Vertragsabschlüsse Gebiete mit großem Potential.

 

PropTech ist keine Modeerscheinung. Schon die einschlägigen Immobilienportale, welche seit Mitte der 2000er sehr erfolgreich mittlerweile einen großen Teil des Mietmarktes abdecken werden heute als PropTech gewertet. Diese etwas künstliche Klassifizierung sorgt immer wieder dafür, dass findige Unternehmer kreativer sind als die Ersteller von Rastern; diesem ausgenommen selbstverständlich. Ständig entstehen neue Unternehmen, die sich nicht so recht in obige Kategorien einordnen lassen wollen. Alle finden jedoch ein Zuhause bei der neu gegründeten German PropTech Initiative. Diese wurde von Vorreitern der Industrie gegründet und bildet ein Sammelbecken für Ideen zur Verbesserung in der Bau- und Immobilienindustrie.

 

Auch an aktuellen Zahlen sieht man den Erfolg des neuen Genres. blackprintpartners hat einmal nachgerechnet, demnach gibt es alleine in Deutschland schon über 130 Firmen im Bereich der PropTech (Stand: Juni 2016). Weltweit wurden bereits im Jahr 2015 insgesamt $1,7 Milliarden US Dollar in den Bereich PropTech investiert. Im Jahr zuvor waren es noch gut $300 Millionen US Dollar weniger. Spitzenreiter sind selbstverständlich die USA. Es ist am deutschen Markt hier ansässigen PropTech Unternehmen Vertrauen zu schenken um sich nicht von den Vereinigten Staaten abhängen zu lassen. PropTech hat das Potential die Bauindustrie kräftig zu verändern. Wer sich dieser Entwicklung zulange verschließt, dem kann es irgendwann so ergehen wie den einst prächtigen Schreibmaschinenherstellern zur Zeit des Heimcomputers.

Bastian Burger

Bastian Burger

VP Marketing von Building Radar

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