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German PropTech Blog

Virtual Reality revolutioniert die Immobilien-Vermarktung

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Alle reden über Digitalisierung. Aber so richtig ist der digitale Wandel in der traditionell analog geprägten Immobilienbranche noch nicht im Gange. Aus Sicht eines PropTechs ist das mitunter paradox. Fast alle betonen, dass sie wollen, aber nur wenige lassen sich wirklich schon vollends auf technische Neuerungen ein. Dabei haben die etablierten Unternehmen längst erkannt, dass digitale Innovationen wie Big Data oder Building Information Modeling (BIM) keine Gefahr, sondern vor allem einen Mehrwert für ihr Kerngeschäft darstellen können. Die Umfrage „Einsatz digitaler Technologien in der Immobilienwirtschaft“, die der ZIA und Ernst&Young im Oktober 2016 veröffentlicht haben, zeigt es deutlich: Das Thema Digitalisierung ist auch in den obersten Führungsetagen angekommen. Und doch hakt die Entwicklung an vielen Stellen. Zahlreiche Unternehmen sind immer noch unsicher, wie sie die intelligenten Lösungen nutzen können, die ihnen beispielsweise PropTechs heute zur Verfügung stellen. Dabei liegen die Vorteile oftmals auf der Hand.

Nehmen wir das Thema Virtual Reality. Vielen Etablierten ist noch nicht ganz klar, welches Potenzial diese Technologie hat – allgemein, aber auch speziell für die Immobilienbranche. In den kommenden Jahren wird Virtual Reality immens an Bedeutung hinzugewinnen. Aus einem einstigen Trend wird sehr bald ein Milliardengeschäft geworden sein.

Emotionales Verkaufserlebnis

Schon jetzt gibt es zahlreiche Anwendungsbereiche, in denen die computergenerierte künstliche Wirklichkeit einen deutlichen Mehrwert schafft. Herkömmliche Methoden können da nicht mithalten. Ein Beispiel: die Vermarktung von Immobilien. Asset Manager in der Immobilienwirtschaft, sei es im Bereich Office, Retail oder Residential, haben ein Problem: Sie müssen Objekte nicht selten unter schwierigen Umständen vermarkten – im Zuge eines Refurbishments beispielsweise, während das jeweilige Gebäude noch vermietet oder gar schon entkernt ist. Mit zeitaufwendigen Broschüren, objektbezogenen Internetseiten und teuren Musterbauten waren ihre Möglichkeiten noch vor wenigen Jahren limitiert. Mit Mietinteressenten durch das entstehende Gebäude laufen, ihnen die Wirkungen verschiedener Materialien live im künftigen Objekt demonstrieren und ihnen das unterschiedliche Raumgefühl von Einzel- oder Großraumbüros eindrucksvoll präsentieren? Damals undenkbar.

Heute hingegen ist all das möglich. Dank hochauflösender Virtual-Reality-Simulationen, die im Live-Modus Veränderungen am Modell erlauben, können Asset Manager heute mit potenziellen Mietern durch entstehende oder zu sanierende Gebäude laufen und je nach Kundenwunsch schnell und einfach verschiedene Varianten konfigurieren. Die technischen Möglichkeiten gehen dabei so weit, dass selbst die Lichtreflektion unterschiedlicher Materialien beispielhaft demonstriert werden kann.

Mit unserer Inreal-Technologie machen wir genau das möglich. Noch kommt Virtual Reality vor allem im Office-Bereich zum Einsatz. Während solche digitalen Vermarktungstools auf Mieterseite ein emotionales Verkaufserlebnis generieren, ermöglichen sie Verwaltern und Investoren gleichzeitig mehr Planungssicherheit. Denn kann sich der Mieter sein künftiges Büro oder Zuhause vorher im Detail ansehen, entscheidet er sich erfahrungsgemäß auch früher. Der gesamte Planungs- und Bauprozess wird vereinfacht, Missverständnisse bleiben aus. Bei Neubauprojekten bieten vor allem realitätsnähe Virtual-Reality-Simulationen mit Blick auf die notwendige Vermittlungsquote vor Baubeginn großes Potenzial. Zumal: Die 3-D-Vorführungen sind weder raum- noch zeitgebunden.

Eigentumswohnungen aus dem Konfigurator

In naher Zukunft wird Virtual Reality deshalb auch im Residential-Bereich eine bedeutende Rolle spielen. Sie erlaubt es beispielsweise Projektentwicklern, für Eigentümer bereits vor Baubeginn jedes Detail ihrer künftigen Immobilie erlebbar zu machen. Was Autobesitzer längst gewohnt sind, wird dann auch für Wohnimmobilien möglich: Mithilfe eines Virtual-Reality-Konfigurators können sich Kunden ihr neues Traumhaus oder ihre Traumwohnung Schritt für Schritt individuell zusammenstellen. Denkmalgeschützte Objekte können mit Hilfe von Virtual-Reality-Software gleichzeitig besonders schonend und effektiv umgeplant und saniert werden.

Natürlich wird die Digitalisierung auch in Zukunft kein vollständiger Ersatz für die persönliche Beratung und Betreuung durch einen Asset Manager oder Projektentwickler sein. Zumal: Ein Großteil der neuen Technologien ist, anders als befürchtet oder von manch einem Jung-Unternehmer verkündet, nicht disruptiv. Und doch ist beispielsweise Virtual Reality mehr als ein reines Werkzeug. Sie revolutioniert nicht nur die Vermarktung. Sie verändert die Art, wie Immobilien gedacht werden, wie sie entstehen – und letztlich auch, wie sie gelebt werden.

Enrico Kürtös

Enrico Kürtös

CEO Inreal Technologies GmbH

Das Erfolgsrezept beim Hausbau: Struktur, die richtigen Tools und persönliche Beratung

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Wenn es doch so einfach wäre
Man kauft ein Grundstück, wählt die passende Baufirma und lässt Pläne erstellen. Dann kümmert man sich um die Baufinanzierung und nach einigen Monaten Bauzeit dreht man glücklich und zufrieden den Schlüssel im Türschloss des eigenen Traumhauses um. Klingt einfach, ist es aber meistens nicht! Alle, die schon einmal ein Haus gebaut haben, wissen um den großen zeitlichen und finanziellen Aufwand dieses Vorhabens. Viele angehende Bauherren sehen sich mit der Intransparenz von Haus- und Finanzierungsangeboten konfrontiert und haben Angst vor versteckten Kosten und Baupfusch. Um schnell, sicher und ohne unnötige Kosten ans Ziel zu kommen, bedarf es beim Hausbau – so wie bei allen anderen Großprojekten – eines strukturierten Prozesses, einiger hilfreicher Tools und einer kompetenten Beratung.

 

Mit webbasierten Konfigurationstools zum individuellen Traumhaus
Am Beginn des gesamten Prozesses steht die Konkretisierung der Wünsche und Vorstellungen der Bauinteressenten. Computerbasierte Hausbau-Konfigurationstools können diesen ersten Schritt maßgeblich erleichtern. Mithilfe dieser Tools kann über verschiedene Aspekte wie Haustyp, Größe, Stil und weitere Details entschieden und so in kurzer Zeit das individuelle Traumhaus zusammengestellt werden. Durch den Einsatz von Online-Kalkulationstools kann auch besser eingeschätzt werden, inwiefern sich Änderungen in der Größe und Gestaltung des Hauses auf den Preis niederschlagen. Doch auch, wenn diese Planungs- und Finanzierungs-Tools mittlerweile ziemlich ausgeklügelt sind, lässt sich eine gute persönliche Beratung nicht so einfach ersetzen. Bei einem anschließenden Gespräch mit einem Experten sollten offene Fragen geklärt, die zunächst groben Rahmenbedingungen verfeinert und die optimale Nutzung vorhandener Ressourcen geplant werden.

 

Mit persönlicher Beratung zum abgestimmten Finanzierungskonzept
Spätestens wenn man weiß, wie das zukünftige Traumhaus aussehen soll und wie viel dies ungefähr kosten wird, ist es an der Zeit sich Gedanken über die Finanzierung des Vorhabens zu machen. Auch hier können Finanzierungsrechner erste Hinweise auf Kreditsumme, Zinshöhe und -bindung geben. Den Gang zur Bank ersetzen die mittlerweile sehr guten Tools jedoch noch nicht. Wer hier einer endlosen Odyssee an Beratungsterminen bei unterschiedlichen Banken und Kreditgebern dennoch entgehen will, kann sich an einen kompetenten Berater wenden. Gemeinsam mit Baufinanzierungsexperten können angehende Bauherren individuelle Finanzierungspläne erarbeiten und sich zu Fördermöglichkeiten beraten lassen.

 

Mit Matching-Algorithmen zum passenden Baupartner
Wenn die ersten Hürden der Planung und Finanzierung genommen sind, folgt sogleich die nächste Herausforderung: die Wahl der passenden Baufirma. Die Schwierigkeit dabei ist, dass das Ergebnis einer selbstständigen Recherche meist die Bauunternehmen mit dem besten Marketing zutage bringt. Das müssen jedoch nicht diejenigen sein, die auch die besten Häuser bauen. Und erneut kann ein Online-Tool sehr nützlich sein: Eine umfassende, gut gepflegte Datenbank, die alle Baufirmen nach bestimmten Kriterien enthält. In Kombination mit einem unabhängigen Berater, der einen fundierten Überblick über kompetente Anbieter aus der Baubranche hat, wird dem Bauherren die Wahl enorm erleichtert. So werden zukünftige Hausbesitzer nicht nur vor einem zeitaufwendigen Suchprozess, sondern auch vor der Wahl eines unpassenden Baupartners bewahrt. Mit der richtigen Struktur, hilfreichen Tools und kompetenten Beratern kann Hausbau auch unkompliziert sein.

Dr. Gordian Rättich

Dr. Gordian Rättich

Geschäftsführer der Almondia GmbH

Mehrwert für Gewerbeimmobilien durch digitales Service-Management

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Die Digitalisierung verändert unser Leben – wie wir uns informieren, wie wir einkaufen, wie wir arbeiten. Immer weitere Branchen werden von jungen Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen durcheinandergewirbelt. Sektoren, deren Innovationszyklen sehr lang sind, tun sich allerdings nach wie vor schwer mit der Digitalisierung. Gerade in der Immobilienwirtschaft, vor allem im Facility- und Office-Management, wurde bisher viel zu wenig auf digitale Innovationen gesetzt. Noch boomt die Branche und viele leisten es sich, auf enorme Einspar-Potenziale und Effizienzgewinne zu verzichten. Dabei gilt es gerade jetzt in Innovationen zu investieren, um gut aufgestellt durch den nächsten Konjunkturzyklus zu kommen. In Zukunft wird es für Projektentwickler und Betreiber von Gewerbeimmobilien zunehmend wichtiger, sich durch attraktive Zusatzdienste von der Konkurrenz abzuheben. Dabei geht es um mehr als bloßes „Upselling“. Vielmehr profitieren alle Seiten von sinnvollen Zusatz-Services, die einen echten Mehrwert schaffen. Zum Beispiel haben sowohl Mieter als auch Vermieter ein Interesse daran, Gebäudereiniger effizienter einzusetzen und ihre Arbeit besser überprüfen zu können.

 

Ursprünglich angetreten, um genau in diesem Bereich mehr Transparenz zu schaffen, haben wir bei Service Partner ONE sehr schnell gemerkt, dass der Bedarf im Office-Management riesig ist. Gerade in jungen und kleinen Unternehmen sind die Prozesse bei der Steuerung von Services und Produkten im Büro häufig sehr ineffizient und werden nebenher mehr schlecht als recht bewältigt. Deshalb haben wir inzwischen eine umfassende Komplettlösung geschaffen, die kleinen und mittleren Unternehmen dabei hilft, ihre Büros effizienter und bequemer zu managen. Per digitaler Plattform lassen sich nun nicht nur Reinigung und Handwerkerdienste buchen, sondern auch Equipment, Getränke, Catering, Verbrauchsmaterialien und sämtliche Services, die es in einem Büro braucht. Alles lässt sich ganz einfach per Klick bestellen, steuern und bewerten. Über alle Leistungen herrscht jederzeit transparente Kostenübersicht und am Ende des Monats werden alle Posten auf einer übersichtlichen Rechnung aufgeführt.

 

Während zunächst vor allem digital-affine Start-ups und Agenturen den Wert unserer Lösung zu schätzen wussten, treten inzwischen immer mehr etablierte Unternehmen aus der Immobilienbranche an uns heran. Denn sie erkennen den attraktiven Zusatzwert einer digitalen Plattform zum Managen sämtlicher Alltags-Dienstleistungen, gerade bei der Neuvermietung von hochwertigen Gewerbeimmobilien im urbanen Raum. Darüber hinaus gewährleisten sie somit auch den Werterhalt des Gebäudes, da sie ihrem Mieter bereits eine professionelle und transparent steuerbare Unterhaltsreinigung mit anbieten können.

Sven Hock

Sven Hock

CEO von Service Partner ONE

Coworking als perfekte Lösung für ungenutzte Büroflächen

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Gemeinsam statt einsam: Coworking boomt und bietet dabei noch viel mehr, als die einfache deutsche Übersetzung vermuten lässt: Innovative Menschen und kleine, flexible Unternehmen arbeiten gemeinsam an einem Ort und schaffen dabei eine neue Art von Gemeinschaftsgefühl. Ganz nebenbei minimieren sie so auch die Kosten für schicke Büros und profitieren zudem vom Austausch untereinander. Große Anbieter wie das US-amerikanische Unternehmen WeWork greifen die Entwicklung auf und heben das Thema auf ein neues Niveau, indem sie weltweit Arbeitswelten wie bei Google, Facebook und Co entwerfen – inklusive Bier-und Massage-Flatrate – und ihren Kunden zugänglich machen.

Diesem Trend folgend erblicken aber auch immer mehr „klassische“ Coworking-Spaces, vor allem in den größeren Städten, das Licht der Welt. Sie bieten sehr flexible Bürolösungen und nebenbei auch Möglichkeiten zum Networking.

Die Nachfrage auf Mieterseite nach kleinen und flexiblen Büros oder einzelnen Räumen steigt ebenfalls – vor allem durch immer mehr Start-Ups, eine zunehmende Anzahl Selbständiger und Freelancer, die gerne raus aus ihrem Homeoffice möchten, sowie eine zunehmende Anzahl Kleinstunternehmen. Diese Zielgruppen scheuen häufig langjährige Mietverträge wie der Teufel das Weihwasser.

Diesen Trend können sich nun alle Unternehmen mit freien Kapazitäten in ihren aktuellen Flächen zunutze machen. Denn die Nachfrage auf Mieterseite bezieht sich auf einzelne bis mehrere Räume, die flexibel genutzt werden können und sie nicht im Rahmen von langen Vertragslaufzeiten zu eng binden. Dazu sollen die Plätze oder Räume relativ preiswert sein.

Das perfekte Modell für die Untervermietung einzelner Räume oder – bei größeren Freiflächen – der Eröffnung eines ganzen Coworking-Space. Der große Vorteil in diesem Modell: Die Flächeninhaber können günstiger kalkulieren als professionelle Coworking-Spaces und damit ein attraktiveres Angebot gestalten.

Gerade für Unternehmen, die größere Flächen anmieten, langfristig denken und ausreichend Backup-Flächen für die kommenden Jahre oder Jahrzehnte kalkulieren, kann das Modell eine optimale Lösung darstellen. Sie mieten oder erwerben bis zu 50% mehr Fläche als sie aktuell benötigen, und planen mit entsprechender Zwischennutzung Dritter. Da es bei größeren Freiflächen häufig schwierig ist, einen einzelnen Mieter hierfür zu finden, werden die Flächen parzelliert und kleinteilig untervermietet – Coworking für Jedermann.

Der Vertrieb dieser kleinteiligen Flächen erfolgt über entsprechende spezialisierte Plattformen, die sich auch um die gesamte Abwicklung des Untermietprozesses wie Beschaffung von passenden Mietern, Zahlungshandling und Übernahme des Zahlungsausfallrisikos auf Mieterseite kümmern. Ein rundum-sorglos-Paket mit minimalem Aufwand.

Christian Maurer

Christian Maurer

Gründer von ShareDnC

Street-View für Immobilien

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Wie der Virtuelle Rundgang den Einzug in die Immobilienbranche nimmt

 

Sehenswürdigkeiten in aller Welt besichtigen, Naturwunder bestaunen oder Museen, besuchen – spätestens seit der Einführung von Google-Street-View im Jahre 2007 ist das Medium „Virtueller 360°-Rundgang“ ein vertrauter Freund zur spielerischen Erkundung fremder Ortschaften. Zeitgleich runden mehr und mehr Hotel-, Freizeitanlagen- oder Restaurantbetreiber Ihre Internetpräsenz durch den Einsatz eines virtuellen Rundgangs ab, um hier dem potenziellen Besucher ein eindringliches Bild von der angebotenen Lokalität zu offerieren.

War die virtuelle Tour bis dato innerhalb der weitaus analog funktionierenden Immobilienbranche ein stets mit Skepsis behaftetes Vermarktungsinstrument, registriert man seit kürzester Zeit eine leise Akzeptanz. Zu unpersönlich, zu aufwendig und zu unsicher waren die schlüssigen Einwände, welche lange Zeit den Einzug der virtuellen Realität in die Immobilienbranche zu verhindern wussten. Insbesondere der vermeintliche Verlust der Persönlichkeit und die damit einhergehende Befürchtung seitens der Vertreter der Immobilienvermittler, durch ein derartiges Tool substituiert zu werden, relativierte sich recht schnell durch die sachgemäße Handhabung eines Virtuellen Rundgangs im Vermarktungsalltag eines Immobilienvermittlers. Sowohl die Frage, wie-, als auch die Frage, wann eine Virtuelle Tour eingesetzt werden sollte, sind in diesem Zusammenhang zu klären gewesen.

Demnach kann der 360°-Rundgang zwar vor einer realen Besichtigung mit dem Makler vor Ort eingesetzt werden, muss er aber nicht. Alternativen, wie das Angebot der virtuellen Tour als digitales Exposé im Nachgang zur Besichtigung vor Ort und zur Nachbereitung der vor Ort registrierten Eindrücke oder verwendete Remote- Funktionen, bei welcher der Bildschirm des Immobilienanbieters auf den, des Interessenten gespiegelt wird und der Anbieter somit weiterhin die Kontrolle über den Besichtigungshergang hält, schufen Abhilfe im besagten Konflikt.

Über allem ragt das Argument der Zeit- und Kostenersparnis zur Vermeidung von unbeliebtem und müßigen Besichtigungstourismus. Insbesondere bei der Vermarktung provisionsschwacher Immobilien, ist die Kontrolle der damit korrespondierenden Opportunitätskosten ein nicht unwesendlich zu beachtender Aspekt, welcher wiederum durch Reformierungen, wie bspw. das Besteller-Prinzip weiterhin an Gewichtung zunimmt.

Demnach war es wiederum lediglich eine Frage der Zeit, bis zuvor genannte Einwände durch entsprechende Innovierungen entkräftet wurden und der Virtuelle Rundgang weiterhin Einzug in die Immobilienbranche nimmt.

Florentino Trezek

Florentino Trezek

Gründer von Ogulo

Die Digitalisierung von Immobilienverkäufen

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Lange Zeit war die Suche nach einer Immobilie ein mühsames und zeitintensives Unterfangen und erforderte Fachkenntnisse und Verhandlungsgeschick. Ohne die Hilfe eines Maklers ließen sich Kauf und Verkauf kaum effizient bewerkstelligen. Immobilienportale im Internet haben diesen Prozess dank digitaler Ansätze in den letzten Jahren deutlich vereinfacht. Bisher zielen die Anstrengungen vorwiegend darauf ab, bestehende Services digital zu optimieren.

Das war aber nur der erste Schritt auf dem Weg in eine digitalisierte Immobilienwirtschaft. Die Entwicklung ist gerade in vollem Gange und die Immobilienwirtschaft steht vor einem digitalen Wandel, der sich auf alle Bereiche auswirken wird.

Schon seit Jahren sprießen Wohnungsvermittlungsportale aus dem Boden, die den klassischen Maklern die Arbeit streitig machen. Im Zuge der Digitalisierung sind viele neue PropTechs, Startups aus dem Immobiliensektor, auf den Markt gedrängt. Diese haben sogar ganzheitliche Dienstleistungen etabliert, um den neuen Kundenwünschen nach digitalen Services entgegenzukommen und eine bessere “Userexperience” zu gewährleisten. Dadurch eröffnen sich für Immobilienmakler neue Möglichkeiten in der Kundenansprache und im operativen Geschäft. Aber auch für die Kunden selbst eröffnet sich daraus eine Fülle an Vorteilen.

 

Wie sehen diese Vorteile aus?

 

Durch die Digitalisierung können Arbeitsschritte und Prozesse vereinfacht und digitalisiert werden. Zeit und Kosten der Eigentümer werden effizienter genutzt und dadurch im Vergleich zum üblichen Vorgehen eingespart. Über die digitalen Informationsangebote von Online-Maklern haben Kaufinteressenten die Möglichkeit sich schon vor einer Besichtigung mit der Immobilie auseinanderzusetzen.

Den Immobilienverkauf durch die Digitalisierung zu einem transparenteren Prozess umzugestalten, war dringend nötig. Denn der Ruf der Immobilienmakler ist schlecht. Sie gelten als überbezahlt und intransparent. Das Offenlegen der erbrachten Leistungen eines Maklers beim Immobilienverkauf kann zu einer größeren Akzeptanz, für die am Ende anfallende Provision führen.

Zusätzlich können Online-Immobilienmakler durch schlankere Prozesse und die Nutzung der Vorteile des Internets Immobilienverkäufern ihren Service schneller, kostengünstiger oder sogar kostenfrei anbieten.
Online-Immobilienmakler können durch die Digitalisierung, in Sachen Transparenz, Userfreundlichkeit und Schnelligkeit beim Immobilienverkauf neue Maßstäbe setzen.

 

Welche Schritte beim Verkaufsprozess konnten schon digitalisiert werden?

 

Über Online-Werbung werden Leads, Kontakte zu Eigentümern, generiert. Erteilt der Kunde einen Vermittlungsauftrag, werden das Objekt und die zugehörigen Daten von einem Makler oder Dienstleister vor Ort aufgenommen. Der Rest läuft weitgehend digital. Exposés werden erstellt und auf den großen Immobilienportalen im Internet geschaltet, Besichtigungstermine werden digital organisiert und können mit den Interessenten online abgestimmt werden. Mitarbeiter vor Ort führen diese durch und optional wird beispielsweise bei Maklaro unter den übriggebliebenen Kaufwilligen ein Online-Bieterverfahren zur Bestpreisfindung durchgeführt. Der Gang zum Notar findet dann wieder in der realen Welt statt. Während des gesamten Prozesses ermöglichen gute und technologiegetriebene Immobilienmakler den Zugriff über ein Online-Kundenkonto oder eine App Informationsangaben und -abfragen zu jeder Zeit und von jedem Ort aus. Ob mit dem Smartphone in der U-Bahn oder mit dem Tablet auf dem Sofa. Ein Immobilienverkauf unter Privateigentümern, der komplett digital abgewickelt wird, ist aktuell noch Fiktion. Bei Kapitalanlagen ist das bis auf den Notartermin, bereits heute möglich und wird von Maklaro beispielsweise auch schon durchgeführt.

 

Trends im Immobilienverkauf bzw. in der Immobilienwirtschaft

 

Der digitale Immobilienverkauf hat, also immer noch Schnittstellen mit dem realen Leben, zum Beispiel bei Besichtigungsterminen. Ein Immobilienkauf bedeutet generell eine große finanzielle Investition, daher werden Immobilien nicht ungesehen gekauft. Die Besichtigungstermine vor Ort sind bislang noch nicht zu ersetzen. Aber möglicherweise wird es in Zukunft genügen, eine Immobilie bei einem Rundgang in der virtuellen Realität zu besichtigen, die zuvor aus jedem Winkel mithilfe von 360°-Kameras oder Drohnen gefilmt wurde? Denkbar wäre auch die Immobilien mit Hilfe von Augmented Reality ähnlich wie eine “Anziehpuppe” im Netz darzustellen. Interessenten könnten Immobilien schon im Vorfeld spielerisch und virtuell mit verschiedenen Bodenbelägen, Tapeten oder Möbeln ausstatten und sich so intensiver mit der Immobilie auseinandersetzen.

Es bleibt die Frage, was die Zukunft in der Immobilienbranche noch bringen wird? Viele technologische Entwicklungen sind teilweise schon heute im Einsatz. Wann sie letztendlich massentauglich werden, bleibt abzuwarten.
Doch die Erfahrung zeigt, was der Kunde wünscht und verlangt, wird über kurz oder lang auch umgesetzt. Daher ist zu erwarten, dass sich das Berufsbild des Maklers und die Immobilienwirtschaft unter diesen Voraussetzungen in den kommenden Jahren deutlich verändern werden. Für die Dienstleister in der Immobilienbranche bedeutet es, dass sie sich vor technologischen Trends nicht versperren dürfen und ihre Leistungen anpassen müssen.

Als größter digitaler Immobilienmakler in Deutschland hat Maklaro bereits alle Schritte beim Immobilienverkauf digitalisiert, die mit dem derzeitigen Stand der Technik möglich sind. Daraus ergibt sich für die Dienstleistungen von Maklaro eine effiziente Kombination aus Online- und Offline-Elementen und ein sehr transparenter Verkaufsprozess für alle Beteiligten.

Nikolai Roth

Nikolai Roth

Gründer von Maklaro

Die GPTI auf der Expo Real 2016

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Auf der 19. Expo Real, die vergangene Woche mit knapp 39.000 Teilnehmern in München stattfand, war selbstverständlich auch die German PropTech Initiative mit dem gesamten Vorstand, sowie einem Großteil der Mitglieder vertreten. Diese nutzen die Expo nicht nur, um bestehende Kunden und Partner zu treffen, sowie Gespräche mit potenziellen Neuen zu führen, sondern traten auch wieder an, die Wahrnehmung der Szene und der Themen rund um PropTech zu stärken.

Hervorzuheben sind in diesem Rahmen drei Veranstaltungen am Mittwoch, dem zweiten Expo Tag. Schon um 8:30 fand das Breakfast des Urban Land Institute zum Thema „Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft – Quo Vadis?” statt, welches Alexander Ubach-Utermöhl, Vorsitzender der GPTI und Geschäftsführer des blackprint PropTech Booster, moderierte, und an dem mit Sven Hock, Gründer und Geschäftsführer von Service Partner One, gleich zwei Mitglieder der GPTI teilnahmen. Mit Andreas Langegger (Zoomsquare), Dr. Nicolai Wendland (21st Real Estate) und Erich Thurner (Mindtags) diskutierten Sie über die Auswirkungen von PropTech auf die Immobilienwirtschaft, und äußerten den Wunsch, dass die Zusammenarbeit von PropTechs mit den etablierten Playern der Branche noch ausgeweitet werden sollte. Sie betonten dabei, dass beide Seiten von solche Kooperationen profitieren würden.

Am Nachmittag fand dann das, vom Immobilien Manager organisierte, Panel „Proptech – Hype oder Game Changer?“ statt. Hier diskutierten mit Dr. Carsten Mohs (Gründer von timum), Carl-Friedrich von Stechow (Gründer von Zinsland), Nikolai Roth (Gründer von Maklaro) und Alexander Ubach-Utermöhl gleich 4 GPTI-Mitglieder mit Christoph Hardebusch (Chefredakteur des Immobilien Managers) darüber, wie wichtig PropTech aktuell für die Branche ist, und was die Branche von den „jungen Wilden“ noch erwarten kann und sollte. Grundsätzlich waren sich die Beteiligten einig, dass PropTech bisher viele Prozesse in der Branche effizienter macht, doch bisher keine der klassischen Geschäftsmodelle ersetzt. Dennoch könnten Unternehmen ins Hintertreffen geraten, wenn sie sich vor digitalen Neuerungen, und damit Effizienzsteigerungspotenzialen, verschließen. Denn in diesem Bereich haben die Startups aus der PropTech Welt oft die Nase vorn.

Obwohl der Tag für einen kleinen Teil der GPTI sehr früh begann, waren die Mitglieder auch am Abend aktiv. Dieses Mal trafen Sie sich im exklusiven Rahmen der Expo Real Party von Feldhoff & Cie im P1. Die GPTI war hier Partner, und hatte so die Möglichkeit, Mitglieder und ausgewählte Gäste einzuladen. Diese nutzen dort die Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen, und gleichzeitig viele Persönlichkeiten der etablierten Branche kennenzulernen und sich zu vernetzen.

So wie auch die EXPO REAL eine sehr internationale Veranstaltung mit um die 30 % internationalen Gästen aus 77 Ländern ist, wird auch die GPTI ihr internationales Netzwerk künftig vergrößern. Zu diesem Zweck wird die European PropTech Initiative als Dachverband künftig die German, Austrian als auch die Swiss PropTech Initiative verbinden. Weitere Initiativen im Vereinigten Königreich sowie den Niederlanden sind in Vorbereitung. Damit folgt die GPTI auch dem Trend der EXPO, bei der die meisten internationalen Gäste aus UK, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz kamen.

Jakob Schulz

Jakob Schulz

blackprint PropTech Booster

Proptech und Wohnungswirtschaft – ein „dickes Brett“?

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Schon die Begriffe Proptech und Wohnungswirtschaft scheinen nicht wirklich zusammen zu passen. Ebenso Smart Building und Wohnungswirtschaft oder Digitalisierung und Wohnungswirtschaft fühlen sich beim Sprechen schon nicht so richtig zusammengehörig an.

Selbst auf Veranstaltungen der Immobilienwirtschaft ernten wir häufig ein wenig Mitleid in den ersten Momenten eines Gespräches, weil wir Produkte und Dienstleistungen für die Wohnungswirtschaft entwickeln. Neue Technologien scheinen einfach schneller von Anbietern für Büro-, Industrie-, Logistik- oder Handelsflächen angenommen zu werden.

„Da haben Sie sich aber ein dickes Brett ausgesucht“ , „In der Wohnungswirtschaft herrscht bei der Digitalisierung doch noch Mittelalter“ oder „Da braucht man aber einen richtig langen Atem“ – hat so mancher Gegenüber gemutmaßt.

Zeitgleich schauen wir bei Produkt- und Unternehmensvorstellungen in glückliche Gesichter von Vorständen der Wohnungswirtschaft. Wie passen also beide Bilder zusammen?

Zur Beantwortung ein Zitat aus diesen Gesprächen: „Sie sind wirklich das einzige Unternehmen für Gebäudetechnologie, das verstanden hat wie die Wohnungswirtschaft tickt“. Zugegeben sind das häufig die berühmten 2,5 % Innovatoren, auf die wir treffen – aber auch der kritischste Gesprächspartner lässt sich sehr häufig im Laufe des Gespräches überzeugen.

 

Was möchte die Wohnungswirtschaft?

Wir haben uns nicht nur auf eigene langjährigen Erfahrungen als Vermieter und Verwalter verlassen, sondern sehr früh mit den ersten funktionierenden Prototypen im Gepäck die Wohnungswirtschaft gefragt: was können wir verbessern und wie sieht eine optimale Smart Building Lösung für sie aus?

Dabei wurde schnell das Verlangen nach einer systemischen Komplettlösung deutlich, die mehrere Funktionen wie Zugangssystem, Video-Gegensprechanlage, Wärmesteuerung, Verbrauchsfeedback und Verwalterkommunikation in einem Produkt verbindet. Die Wohnungswirtschaft profitiert so von einer Lösung, die speziell auf ihre Bedürfnisse und Anforderungen entwickelt wird und dabei individuelle Anwendungsfälle mit einschließt. Durch die direkte Kommunikation und die frühe Einbindung der Wohnungswirtschaft in die Produktentwicklung konnte ein auf Mehrfamilienhäuser spezialisierte Systemlösung realisiert werden, bei der Eigentümer, Verwalter und Bewohner sicher, einfach und rentabel Prozesse im Gebäude digitalisieren können.

 

Die Akteure: Eigentümer, Verwalter und Bewohner

Bei der Entwicklung von Technologie für die Wohnungswirtschaft ist es von wesentlicher Bedeutung, die unterschiedlichen Akteure der Wohnungswirtschaft zu beachten.

Mit einer systemischen Komplettlösung investiert der Eigentümer in eine zukunftssichere Gebäudeinfrastruktur und kann im Vergleich zu klassischen Einzellösungen die Bau- oder Sanierungskosten senken. Der Verwalter kann seine Verwaltungsprozesse digitalisieren und dadurch Verwaltungskosten reduzieren. Der Bewohner erhält ein Werkzeug, um Energiekosten zu verringern und zeitgleich Komfort und Sicherheit zu erhöhen.

Auf vielen Veranstaltungen besteht die Diskussion, ob man sich mit Smart Home nun im Investitions- oder im Konsumgütermarkt befindet. Wir sagen: beides! Die Wohnungswirtschaft investiert in eine zukunftssichere und flexible Basis-Ausstattung und der Bewohner wird über den Onlineshop der Zuhause Plattform die Wohnung mit eigenen Zusatzkomponenten individualisieren können.

 

Spannungsfelder der Wohnungswirtschaft

Neben der Komplexität der Anforderungen und Bedürfnisse und den verschiedenen Akteuren finden sich verschiedene Spannungsfelder, denen man sich in der Wohnungswirtschaft stellen muss. Als Vermieter soll ich einerseits bezahlbaren Wohnraum schaffen, diesen aber so energieeffizient wie möglich gestalten. Eine Lösung für dieses Spannungsfeld ist, mit IT am Nutzerverhalten ansetzen und automatisieren, statt dämmen.

Gleichzeitig kann die Flexibilität der IT dazu genutzt werden, der äußerst heterogene Gruppe der Mieter – von der Generation Y, die alles per App erledigt, bis zu Senioren, die altersgerecht im gewohnten Umfeld wohnen und gepflegt werden möchten – jedem etwas Passendes anzubieten.

Des Weiteren sind die  Nutzungszeiträume und Investitionsbetrachtungen in der Wohnungswirtschaft sehr langfristig angelegt, der Technologiefortschritt ist dagegen äußerst schnelllebig. Wir sehen hier die Anwendung der IP-Technologie im Gebäude als Lösung, die seit mehr als 30 Jahren das Rückgrat des heutigen Internets darstellt.

 

Das Gebäude wird erst durch digitalisierte Prozesse wirklich intelligent

Mit einer Systemlösung basierend auf IP-Technologie digitalisieren wir nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch die Prozesse dahinter. Alles was sich rund um das Gebäude digitalisieren lässt, kann perspektivisch über das ZP-EcoSystem der Zuhause Plattform ermöglicht werden.  Anliegen und Zustandsmeldungen (z.B. „defekter Heizkörper im Badezimmer“) können standardisiert und digital durch die Bewohner erfasst werden. Aushänge über Einschränkungen  (z.B. „Arbeiten an Elektroleitungen: eingeschränkte Stromversorgung: von 8 bis 16 Uhr“) können innerhalb von wenigen Sekunden den Bewohnern digital zugänglich gemacht werden. Dienstleistern kann schnell und unkompliziert Zugang zum Haus gewährt und Messwerte von Wärmengen- und Wasserzählern sowie Heizkostenverteilern per Funk automatisch ausgelesen werden.


Fazit

Auch wenn die Wohnungswirtschaft als konservativ mit einem großen Nachholbedarf im Bereich Digitalisierung bezeichnet wird, kann sie sich dem laufenden technologischen Fortschritt und dem damit verbundenen Anspruch der verschiedenen Akteure in der Wohnungswirtschaft nicht vollständig entziehen. Eine direkte Zusammenarbeit zwischen der Wohnungswirtschaft und den Dienstleistern von Smart Home und Smart Building ist dabei ausschlaggebend für eine erfolgreiche Digitalisierung. Die zukünftigen Herausforderungen der Wohnungswirtschaft müssen dabei gemeinsam herausgearbeitet und durch intelligente und IT-basierte Systeme gelöst werden. Zusätzlich ist die Digitalisierung auch notwendig, um demografische Veränderungen und ökologische Anforderungen an städtische Gebäude der Zukunft zu entsprechen. Dabei ist es wichtig, die Digitalisierung der Wohnungswirtschaft nicht nur als Teilstrategie für einzelne Bereiche zu sehen sondern vielmehr eine Gesamtstrategie zu entwickeln. Dieses Ziel verfolgen wir mit unserer Zuhause Plattform und dem ZP-EcoSystem.

Jan Frederik Harksen

Jan Frederik Harksen

Gründer und Geschäftsführer ZP Zuhause Plattform GmbH

German PropTech Initiative wächst schnell und wird europäisch

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Die German PropTech Initiative (gpti), der Zusammenschluss der führenden PropTech Unternehmen der Immobilienwirtschaft in Deutschland, ist seit ihrer Gründung Ende Juni 2016 auf mittlerweile 18 Mitgliedsunternehmen angewachsen. Ziel ist es, Ende des Jahres auf 30 Mitglieder anzuwachsen.

Darüber hinaus wurden in Österreich die Austrian PropTech Initiative und in der Schweiz die Swiss Prop Tech Initiative erfolgreich gestartet. Zudem befindet sich die bpti – British PropTech Initiative in den Startlöchern. Ziel der Digitalunternehmer rund um Alexander Ubach-Utermöhl, Co-Founder der blackprintpartners GmbH und Vorsitzender der deutschen gpti, ist es, bis zur Mipim 2017 in Cannes eine paneuropäische Netzwerkplattform aller PropTechs aufzubauen. „Derzeit gibt es keinen strukturierten Austausch zwischen den PropTechs innerhalb Europas, was die einzelnen Wachstumspotenziale verringert. Unsere Initiative will PropTechs miteinander vernetzen und somit zu einer Stärkung der Branche beitragen“, so Alexander Ubach-Utermöhl.


Kurzdarstellung German PropTech Initiative e.V.

Die German PropTech Initiative (gpti) vernetzt die immobilienwirtschaftlichen Gründer digitaler Geschäftsmodelle im deutschsprachigen Raum. Ziel ist der intensive Austausch der Mitglieder untereinander und die gebündelte Darstellung der Aktivitäten der Mitgliedsunternehmen gegenüber den etablierten Akteuren der Immobilienwirtschaft sowie Investoren und Medien. Der Verein mit Sitz in Berlin hat derzeit 18 Mitgliedsunternehmen. Vorsitzender des Vereins ist Alexander Ubach-Utermöhl, Co-Founder und Geschäftsführer der blackprintpartners GmbH. Weitere Gründungsmitglieder sind Paul Indinger, Managing Director von building radar, Nicolas Jacobi, CEO von Immomio, Dr. Emilio Matthaei, CEO von LEVERTON, Stefan Zanetti, CEO von allthings sowie Carl-Friedrich v. Stechow, Mitbegründer von ZINSLAND.

PropTechs – was ist dran am Hype?

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“Die Revolution fällt aus”, schlussfolgert die Süddeutsche Zeitung in einem Artikel vom 30. August 2016 und greift dabei die großen Ankündigungen und siegessicheren Prognosen der deutschen Immobilien-Startup-Szene zu Beginn ihrer Entstehung auf. In der Tat haben sich einige von ihnen schon wieder zurückgezogen: Das Rocket Startup Vendomo, das lautstark prophezeite, dass es “in drei bis vier Jahren den klassischen Makler nicht mehr geben” wird, stellte Ende 2015 den Betrieb ein. Wer die Website Nachmieter.de aufruft, sieht derzeit nur die Ankündigung, dass demnächst ein neues Angebot verfügbar sei. Auch bei dem Startup smoove, das ein Auktionsmodell für Mietvorschläge einführen wollte, ist momentan niemand erreichbar, kritisiert die WELT im Artikel „Klicken statt kleben“ vom 04.09.2016.

 

Fällt die Revolution aus?

 

Doch sind dies wirklich Indizien für ein Scheitern der kompletten PropTech-Branche? Die jungen Startups sind tough und vielfältig in ihrem Angebot, genau wie der Immobilienmarkt selbst. Die Angebote richten sich an Mieter, Vermieter, Käufer und Verkäufer und reichen von digitalisierten Lösungen für die Immobilienvermarktung und -vermittlung bis hin zum “Ebay für Wohnungen” oder “Mieter-Tinder”. Etablierte Portale der Branche wie Immobilienscout24 und Immowelt sind als Insertionsplattformen überhaupt nicht mehr wegzudenken.

 

In Deutschland leben 36 Millionen Menschen in Mietwohnungen. Bereits heute fehlen in den Ballungsgebieten 770.000 Wohnungen, während der Bedarf weiter wächst. Bis 2020 sollen jährlich 400.000 weitere Wohnungen fertiggestellt werden. Basierend auf dieser Prognose für den Wohnungsmarkt wird der Bedarf an effizienten Strategien und Lösungsansätzen steigen.

 

Große Vorbilder

 

Dass die digitalen Immobilien-Startups den Markt bereichern, beweisen erfolgreiche Beispiele aus dem Ausland. Weltweit wurden bereits 1,7 Milliarden Dollar in PropTechs investiert. Führendes Land ist dabei die USA gefolgt von Indien, China und Europa. In den USA gründeten sich zwischen 2006 und 2010 durchschnittlich 7,8 Real Estate Tech-Startups pro Jahr. Bis 2014 stieg die Zahl der Neugründungen auf 43 Firmen.

 

Das US-amerikanische Unternehmen nestio bietet Immobilieneigentümern eine Software für Vermarktungs- und Immobilienmanagement. In den Medien wird nestio bereits als Favorit für Investoren gehypt, die investieren, bevor die Unternehmen weiter wachsen.

 

Cozy unterstützt Vermieter nicht nur mit der Vermarktung und der Mietersuche, sondern auch mit einem Online-System für die Mietzahlungen. Seit 2012 ist das Unternehmen erfolgreich in allen Bundesstaaten der USA aktiv.

 

In seiner zweiten Investmentrunde erzielte Cozy mit American Family Ventures einen Deal von 8,5 Millionen Dollar. Auch ohne ein hohes Marketing Budget ist es dem Unternehmen gelungen, über 75.000 Immobilieneigentümer zu gewinnen, die 100.000 Objekte bei Cozy angelegt haben. Die neuen Mittel sollen insbesondere in den strategischen Ausbau des Unternehmens sowie des bestehenden Teams und die Produktentwicklung fließen.

 

Deutsches PropTech moovin startet Crowdfunding-Aufruf

 

Während in den USA und Großbritannien die Branche schon länger boomt, steckt der Markt in Deutschland vergleichsweise noch in den Kinderschuhen und birgt ein enormes Wachstumspotenzial.

 

Doch auch hierzulande sind die PropTechs auf Erfolgskurs. Das Startup moovin startete am 8. September 2016 einen Crowdfunding-Aufruf bei Seedmatch und knackte nach nur wenigen Tagen die Fundingschwelle von 100.000 Euro. Die Anerkennung der Idee durch die Crowd zeigt, dass innovative Lösungsansätze für die Immobilienvermarktung und -vermittlung geschätzt und benötigt werden.

 

Neben dem digitalen Vermarktungsservice mit automatisierter Insertion auf über 30 Immobilienportalen, Live-Bewerbereingang und Online-Terminkoordination integriert moovin sukzessive weitere hilfreiche Online-Services in das Produktportfolio und startete am 22. September die Beta-Testphase für den neuen Online-Mietvertrag.

 

Die Besonderheit am moovin-Vertrag ist, dass alle Angaben aus den zuvor erfolgten Vermarktungsschritten übernommen werden können. Durch die einzigartige AutoFill-Funktion müssen 70 % weniger Felder händisch ausgefüllt werden. Der Vertrag begründet bereits tausende Mietverhältnisse und wurde über Jahre von diversen Hausverwaltungen angewendet und immer weiter optimiert. Private Vermieter können so bei Mietverträgen erstmals auf das geballte Immobilien Know-How kompetenter Hausverwalter zurückgreifen – und das für nur 5,95 Euro pro Vertrag.

 

2015 flossen weltweit 2,57 Milliarden Dollar in das Immobilien Crowdfunding. Dass PropTech Unternehmen und Immobilieneigentümer die Schwarmfinanzierung als Mittel zur Ansprache potentieller Investoren nutzen, etabliert sich auch in Deutschland und Europa immer mehr – derzeit existieren 13 Plattformen für Immobilien Crowdfinancing, hierzu zählen u.a. Companisto und Exporo. Während man in Companisto eine klassische Crowdfunding Plattform für Startups findet, ist Exporo darauf ausgerichtet, Finanzierungen für Immobilienprojekte durch Crowdinvestoren sicherzustellen. Kleinanleger investieren in Neubauprojekte oder in die Refinanzierung einer Bestandsimmobilie. Das gesammelte Kapital fließt hier in kein Startup, sondern in Sachwerte und wird nach kurzen Laufzeiten zuzüglich Rendite zurückgezahlt.

 

Fazit

 

Im Immobilien Crowdfinancing ist nicht nur der wachsende Zuspruch von Kleinanlegern für Immobilien-Investments festzustellen, sondern auch das zunehmende Interesse der Bevölkerung an der Entwicklung des Wohnungsmarktes.

 

Die Situation auf dem deutschen Wohnungsmarkt verschärft sich dramatisch durch den Wohnungsmangel in Ballungsgebieten auf der einen Seite und dem steigenden Bedarf der Bevölkerung auf der anderen Seite. Nicht zuletzt hat die Einführung des Bestellerprinzips nicht nur zu einer finanziellen Entlastung beim Mieter, sondern zu einem finanziellen und zeitlichen Mehraufwand bei Immobilieneigentümern geführt, worunter auch die Mietinteressenten leiden.

 

Genau hier setzen die PropTechs an und bieten Lösungsansätze für alle beteiligten Parteien. Diesem Entwicklungsprozess, der von der PropTech-Branche maßgeblich mitgestaltet wird, wird sich der bisher konservativ geprägte Immobilienmarkt nicht entziehen können.

Tanja Schwarzrock

Tanja Schwarzrock

Marketing Managerin bei moovin